3 Tipps von Google Account Strategists,
die Sie ignorieren sollten

Wenn Sie Google Ads schalten, wurden Sie vermutlich auch schon Mal von einem sogenannten „Google Account Strategist“ kontaktiert. Diese Mitarbeiter von Google geben vor Ihnen hilfreiche Tipps für Ihre Google Ads Kampagnen zu geben. In vielen Gesprächen habe ich festgestellt, dass teilweise Tipps gegeben werden, die sehr viel Geld kosten können. In diesem Blogbeitrag erfahren Sie welche Tipps das sind.

Wieso dieser Blogbeitrag?

Meine tägliche Arbeit als Google Ads Freelancer besteht darin, Google Ads Konten zu analysieren und optimieren. Meine Kunden werden dabei regelmäßig von Google „Beratern“, sogenannten „Google Account Strategists“ kontaktiert. Diese Berater sind Angestellte von Google, die im Callcenter arbeiten und Google Ads Werbende Beratung zur Verbesserung der Leistung anbieten.

 

Aus vielen Gesprächen mit den Beratern kenne ich die Tipps, die zur Verbesserung der Kampagnen gegeben werden. Häufig habe ich außerdem gesehen, dass Unternehmer, die Google Ads selbst betreuen, die Tipps von den „Beratern“ aktiv umsetzen. Die Maßnahmen führen teilweise nicht zu einer Verbesserung. Eher zu einer Verschlechterung.

 

Deshalb dachte ich, ich schreibe einen kurzen Beitrag, in dem ich 3 „Ratschläge“ mitteile, die die Google-Vertreter gerne geben, warum sie dumm sind und was ich stattdessen empfehlen würde.

Tipp #1 - Broad Match Keywords (Weitgehend Passend)

Sie sollten Ihre Keywords auf „weitgehend passend umstellen, da die Anzeigen so für mehr Suchbegriffe ausgespielt werden.

 

Bei Google Ads gibt es sogenannte „Keywordoptionen“. Im Englischen auch „Match Types“ genannt. Diese bestimmen wie „eng“ oder „weit“ Google Ihre Keyword Vorgaben auslegen kann. Bei Weitgehend passend bedeutet das, dass Google auch für thematisch relevante Suchbegriffe die Anzeigen ausspielt. In der Realität sind die Begriffe meistens sehr irrelevant. Wenn Sie zum Beispiel eine Teppichwäscherei sind, kann es sein, dass Ihre Anzeigen auch für „Kärcher“-Suchbegriffe ausgespielt werden.

 

Google empfiehlt gerne breite Suchbegriffe, da sie damit für viele Suchbegriffe bieten und somit das meiste Geld ausgeben können. Oftmals werden dadurch jedoch Ihre Anzeigen für zu viele irrelevante Suchbegriffe ausgespielt. Das Problematische ist, dass durch Broad Match die Kosten pro Klick sinken. Viele Unternehmer sind leider zu sehr auf niedrige Klickkosten fixiert und verschwenden dabei das Ganze Budget.

 

Die meisten Unternehmen sind durch ihr Budget beschränkt, nicht durch das Suchvolumen der Keywords. Im Allgemeinen sollten Sie das Gegenteil machen: Verwenden Sie „Genau passende“ Keywords (Im Englischen Exact Match). Dadurch werden die Anzeigen auch nur für den tatsächlichen Begriff ausgespielt.

 

Broad Match macht aus meiner Erfahrung nur Sinn, wenn Sie mindestens ein hohes 4-stelliges Budget haben, Conversions maximieren nutzen und mindestens 300+ monatliche Conversions haben. In diesem Fall haben Sie aber sowieso vermutlich einen Google Ads Dienstleister, der Sie betreut.

 

Tatsächlich ist das der schlimmste Tipp, der am meisten Geld kostet.

Tipp #2 - Automatisierte Gebotsstrategien

„Wechseln Sie zu einer automatisierten Gebotsstrategie bei der Google maximal viele Conversions erzielen wird. „

 

Conversion-orientierte Gebotsstrategien sind zwar langfristig attraktiv, aber sie erfordern genügend Daten, um anzufangen. Als Richtwert sollte man mindestens 30 Conversions (Kontaktanfragen, Anrufe etc.) innerhalb von 30 Tagen haben, damit diese automatisierten Gebotsstrategien überhaupt funktionieren können. Vor allem muss überhaupt erstmal das Conversiontracking eingerichtet sein.

 

Vielen Unternehmer und Selbstständige fehlt das Wissen ein ordentliches Conversiontracking einzurichten. Deshalb sind auch keine Conversiondaten vorhanden. Dieser Mangel an Daten bedeutet, dass Google nicht genügend Daten hat, um Muster bei Ihren Kunden zu erkennen. Letztendlich funktionieren die automatischen Gebotsstrategien nur über Conversiondaten. Somit können diese Strategien nicht funktionieren. Dieser Tipp bringt somit nichts.

 

Wenn neue Google Ads Kampagnen starten oder aufgrund Ihres Budgets nicht ausreichend Conversiondaten haben, empfehle ich die Gebotsstratgien „Klicks maximieren“ oder „manueller CPC“ zu nutzen.

 

Sobald Sie mehr als 30 Conversionen im Monat verzeichnen, können Sie zu einer auf Conversionen ausgerichteten Gebotsstrategie wechseln.

Tipp #3 - Suchnetzwerk und Displaynetzwerk

„Sie sollten Ihre Anzeigen auch im Suchnetzwerk und im Displaynetzwerk ausspielen lassen.“

 

Jeder, der Kampagnen in Google Ads erstellt, weiß, dass dies eine der Einstellungen ist, die Google Ihnen am stärksten aufdrückt. Selbst wenn Sie die Option bei der Kampagnenerstellung abwählen, aktiviert Google sie erneut.

 

Es handelt sich dabei um zusätzliche Werbenetzwerke von Google, wie z. B. Werbung bei Ebay oder Displayanzeigen auf anderen Webseiten. Ich habe festgestellt, dass die Kosten pro Klick zwar günstiger sind, aber meistens keine Conversions erzeugen. Deshalb würde ich davon abraten.

Fazit:

Die Interessen von Google sind nicht immer die Interessen von Unternehmen. Aus diesem Grund sollten Sie vorsichtig mit den Empfehlungen von Google Ads Beratern umgehen. In meinem Blobeitrag über meine Google Ads Strategie für kleine Budgets stelle ich meine Google Ads Best Practices für kleine Konten vor.